We did our dance on a Kodiak rug

Je, nun, der nachlese zweiter Teil. Sprechen wir über Cthulhu:

Euer Leuchtturm des guten Geschmacks und Rächer der Enterbten nahm an einer offiziellen Cthulhu Supportrunde teil. Diese war unterhaltsam, bot sie doch Möglichkeit für eine wenig 20er Jahre Ausspielen, ein wenig Charakterinteraktion (sogar mit Flirten), ein wenig NPC Interaktion, eine kleine Reise in ein einigermaßen exotisches Land, eine nette Kulisse, eine Prise Ermittlungen sowie ein zu erkundendes Spukschloß und einen umzubringenden Bösewicht, der sich als tragischer Fall herausstellte, also alles ein wenig traurig endete. Und das alles bei einem deutschen veröffentlichten Abenteuer, es besteht also Hoffnung.
Hoffnung besteht jedoch nicht für einen der Mitspieler: Stutzig hätten wir werden sollen, als er seinen Cthulhu Charakter sowieso dabei hatte. Noch stutziger hätte man werden müssen, als er in der Getränkepause zu sich selbst brubbelte: „Mit offenen Augen ins Verderben, wie ich das liebe!“.
Was war schlimm an dem Mitspieler?
Er nutzte sein privates Mythoswissen, um besserwisserisch unsere Rechercheversuche zu einem Mythosbuch zu unterbinden: „Darüber findet IHR nichts (arrogantes kichern)!“ Dann verhielt er sich betont kontraproduktiv, er verweigerte den Waffenerwerb tat ansonsten nichts zur Lösung des Falles. Der Richtige Hammer kam aber dann in der Kampfszene mit dem Zauber-Grafen: Während Euer aller Meister des Abenteuerspiels und Orpheus der Regelunterwelt, der hinabsteigt in die finstersten Lande des dysfunktionalen Rollo-Hobbys, um Euch Kunde davon zu bringen, mit der 10 gauge Schrotflinte feuerte, eine 55 würfelte, und nach Modifikatoren auf meinen Wert (30%) fragte, meldete sich Ineffizienzo I. zu Wort: „Nein, so ist das bei Cthulhu nicht! Wenn Du daneben würfelst, ist es vorbei, da gibt es keine Modifikatoren!“
(War ihm wohl wichtig, daß ich danebenschieße).
Ich jedoch, war ja seinerzeit in das Spielerhandbuch hinabgestiegen, und deswegen eingedenk der Kernschußregel, die meinen Fertigkeitswert verdoppelte, so ich denn nahe genug am Feinde stand. Da ich mit der Schrotflinte lediglich wenige Meter vom Zauber-Grafen entfernt stand, griff diese Regel, ich traf.
Sehr picquirt und sichtlich in seiner Persönlichkteit getroffen sagte dann der Loserator in einigem trotzigem Stolz: „Also, daß, was ich bei Cthulhu überhaupt nicht lese, sind die Kampfregeln!“
Was will er uns damit sagen? Er sagte es, als sei das jetzt für jeden als gut und richtig zu erkennen, gleichsam ein unaufhaltsames Argument.
Auf jeden Fall bestand er darauf, die Karbidlampe, die er zu unser aller Erleuchtung trug, fallenlassen zu müssen, ohne Not. Damit wären wir fast alle gestorben, da der Zauber-Graf natürlich im Dunkeln noch sehen konnte. Zu unserem Glück blieb die Lampe auch am Boden noch an (Glückswurf). Angsthasios Charakter rannte davon, ohne je einen Sanity Check verfehlt zu haben.
Vollends surreal wurde es, als unser „echter“ RSPler sich über die Handhabung der Sanity Regeln aufregte. Er hatte kurz zuvor noch jede Regelkenntnis weit von sich gewiesen, diskutierte aber nun mit dem Meister, wie genau zu verfahren sei, wenn man ein bestimmtes Maß an Sanity Punkten auf einmal verlöre. Hier lag er auch noch falsch. Also Kampfregeln doof, Sanity Regeln gut? Warum konnte er aber die Sanity Regeln nicht richtig?
Fragen über Fragen. Der zweite Treffer tötete den Zaubergrafen, wir rannten mit Mythosbuch aus dem Schloß, und erfuhren mehr, bei weniger SAN Verlust, als dieser rätselhafte Spieler. Und wer denkt, ich sei da der große Powergamer gewesen, den muß ich enttäuschen. Wir anderen Charaktere haben viel eher unsere Rolle behalten und uns Metakommentare verkniffen, ebenso gab es viel mehr (nutzlose aber stimmungsfördernde) Charakterinteraktion zwischen uns, als das was er von sich gab.

Diskussion im O.R.K.

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