Down the road to mockerson gap

Ein mir sehr nahestehender Mensch frug gestern, warum ich denn Traveller möge, Babylon 5 mich aber kalt ließe. Von dieser Frage ging Erleuchtung aus! Zumindest habe ich es mal ausgesprochen, bzw. ich habe es paraphrasiert, und Kairos hat es auf den Punkt gebracht:

Weil es bei Traveller um moderne Gesellschaften geht.

Nicht, wie bei Bärbylon, um Abziehbilder, im besten Falle Stellvertreter ganzer Gesellschaften in individualisierter Form. Keine comichafte Auseinandersetzuing mit einem Thema, sondern die für die übergeordnete Glaubwürdigkeit so extrem wichtige, in großen Gesellschaften organisierte Menschheitsbeschreibung. Deswegen mochte ich auch Harnmaster und Mechwarroir so, da ging es eben um mittelalterliche/zeitgenössische Gesellschaften und Gruppen. Das Überindividualisieren von Konflikte ist mir ein graus, aber ich kann, wie bei BabFive damit leben. Mein absolutes Desinteresse verdienen aber die nabelschauartigen Hobbypschologien, wie sie z.B. bei Spione oder manchem WW Produkt gefordert sind. Individualpsychologische Konflikte sind das Lahmste, was so passieren kann. Und deswegen tue ich mich so schwer mit dem Kauf von Burning Empires: wieder mal Individualpsychologisch Verbrämung großer Konflikte. Aber immerhin, nicht nur Beziehungsmüll und Machtschrott wie bei Vampire, sondern echte Politik. Ein wenig wie bei B5. Ganz wichtig für mich ist aber die Begrenzung von Ressourcen. Sind diese für die Machtblöcke nicht definiert, dann rutscht alles schnell auf Babylon-Niveau (erträglich, meist bei aufgabenzentrierten Systemen, wie D&D) oder (wie fast immer bei charakterzentrierten Systemen wie L5R) auf Vampire Niveau.
Und das will wohl keiner.

Fürbaß hat Kevin Siembieda einen weiteren Versuch unternommen, Geld zu drucken. Lest den traurigen Aufruf hier. Bitte Kevin, ich kaufe ja schon jeden Schrott, der kommt, aber bitte, bitte, bitte mit Sahne oben drauf: Ich will RSP-Bücher, und keine Community-Scheiße!

Ebenso hingewiesen sei auf das Fundstück der Woche: Ein Haarsträubendes Interview, daß die ganze Verkommenheit der deutschen Rolloszene offenbart. Hoffnung schöpfen könnt ihr hier (via), ein Handwerker nennt die Dinge beim Namen. Achtet auf die Unterteilung in Massenschrott (Hotel), Massenware (Carcassonne, ARG!) und Spezi-spiele, sowie die vollkommene Mißachtung von Abenteuerspielen.

Diskussion im O.R.K.

5 Gedanken zu „Down the road to mockerson gap

  1. Legitime Entscheidung für ein Rollenspiel, dieses Konzept auf Fernsehserien anzuwenden führt einstweilen zu einem uninspirierten Einheitsbrei.

  2. Ich verstehe sowiesonicht, warum dauernd alle „cinematisch“ sein wollen, oder Fernsehserien nachäffen: Die sind so beschränkt, und RSP ist so offen. Unterlassene Möglichkeitsnutzung nenne ich sowas.

  3. Ich bezog mich auf Fernsehserien an sich, nicht auf Fernsehserien-basierte oder „cinematische“ Rollenspiele.Genauer über die Unmöglichkeit eine interessante Fernsehserie unter den (für Traveller und Rollenspiel an sich sicherlich legitimen) von dir angeführten Kriterien bezüglich soziologisch verklärten „modernen“ Gesellschaften herzustellen.

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