I gonna walk all over god`s heaven

Lest hier, wie man aus den Forgotten Realms eine Urban Arcana Kampagne macht. Da würde sogar ich als Realms-Hasser mitmachen. Kann man natürlich auch mit anderen Welten machen.

Lest hier, daß hofratsches Wirken Umfragen beeinflussen kann: Deutsche sind sind der CoC-Umfrage überrepräsentiert. Ihr ward da, als die Zukunft geformt wurde. Des weiteren bestätigen die ersten Ergebnisse, welch widersprüchliche Vorstellungen von Cthulhu als RSP gibt.

Lest hier meine Anmerkungen zum gestrig verlinkten Podcast:

@Freizeitheld: Zum Glück ist die peinliche Anfangsmusik weg, die ging ja gar nicht.
Zunächst sei gesagt, daß die staatsmännchenhafte Darbietung nur noch von der vollkommen Wirren Darstellung zu übertreffen ist. Fürbaß spricht Thomas Römer ein unglaublich peinliches Deutsch. Bestes Indiz für ungebildete Menschen, die versuchen sich gewählt auszudrücken: Betonung der Endsilben und Aussprache der Endung -ig als -ig, und nicht als -ich, wie es richtig wäre. Verschleifen der Endsilben ist nunmal korrekte Aussprache im Deutschen.
Neben diesen Peinlichkeiten tritt dann der größte Klops der letzten Jahre:
Andergast als Abenteuergebiet! Oh Mann, auf der Suche nach einem Flecken Aventurien, in dem man tatsächlich Abenteuer erleben kann, fällt ihnen nichts anderes ein, besser: sie finden nichts anderes, als Andergast. Welch Kapitulation! Wofür sind denn eure verfickten Schrottregionalbände da? Was taugen die denn? Da ist nicht gut abenteuern? Das ist wahrlich das Eingeständnis von allem was falsch ist an DSA, leider bemerken sie das garnicht. Wie auch sonst im Podcast noch die eigene Inkompetenz hin und wieder offenbart wird. Nun nun. Man kann auch stimmungsvolle Texte, gutes Layout und Mittelalterromantik mit excellenten Abenteuermöglichkeiten verbinden, ich empfehle hier Karameikos, Kingdom of Adventure oder Harnworld. Dort sind Adelstitel vakant, gibt es Konflikte zwischen Geschlechtern und Gilden, gibt es Monster/Ivashu und haufenweise Ruinen vergangener Tage (inklusive der im Klartext dargestellten Hintergründe für diese Altvorderen und ihre Hinterlassenschaften), Karawanen zu beschützen usw. usf. Vor allem gibt es das, was jeder, der sich außerhalb seines inzestuösen Fantasybereiches mal umgetan hat, als Merkmal mittelalterlicher Grenzsiedlungsstruktur gibt: riesige Wälder, in denen böse Buben unterkommen, Einkünfte durch Einschlag erzielt werden und Rodungen die Zivilisation voranbringen. Klassisch, abenteuerlich, praktisch, gut.
Andere Systeme liefern einem in den Supplemangs dazu Futter ohne Ende. Die einzige Region, die noch auf Aventurien in etwa dem entspricht ist Andergast.
Warum?
Aus kluger Überlegung?
Nein: Weil es noch keine Publikation dazu gab.
Wo also andere Systeme vermittels Regionalpublikationen Abenteuermöglichkeiten erst schaffen, bedeutet die Veröffentlichung eines DSA-Buches immer den Tod eines Teils der Welt.
Dumme, ungebildete Leute ohne Vision schreiben Bücher, mit denen man nicht spielen kann, und nennen es das erfolgreichste RSP Deutschlands. Hadmar Wieser hatte wenigstens eine Vision, und genug Spinnereien im Hirn um Abenteuer zu ermöglichen, wenngleich auch nur die seiner Meisterpersonen. Aber heute: Keine Vision, kein Elan, keine Ahnung.
Gute Nacht, Deutschland.

Diskussion im O.R.K.

18 Gedanken zu „I gonna walk all over god`s heaven

  1. Nu mach aber mal halblang hier mit dem sprachlichen Präskriptivismus da drüben, wa?Phil Maloney (spricht „ruhig“ seit jeher als „RUjk“ aus – ist aber auch eher ostälbisch denn ostelbisch…)

  2. Nun, so es denn Mundart ist, kann tatsächlich nichts dagegen eingewandt werden.Kurzum: Wer sich verschlimmbessert um besser zu klingen, der gehört verurteilt. Wer immer so spricht, der möge weiter so sprechen.

  3. Set, du solltest mit deinen linguistischen Weisheiten wirklich ein bischen besser hinter dem Berg halten. Sonst machst du noch als Hekantoncheire der Verschlimmbesserung von dir reden.

  4. Wenn Du meinst…guck mal in den Duden…-ich ist die deutschlandweit vorgeschriebene Aussprache für die Endung -ig. Wenn man natürich kein Hochdeutsch spricht oder sprechen möchte, dann ist der Duden irrelevant. Aber schön, daß Du ansonsten mal wieder meiner Meinung bist!

  5. In Sachen Aussprache hat der Hofrat recht – „wichtig“ wird in der Tat „wichtich“ gesprochen, und das verschlucken des „e“ in Endungen ist auch korrekt: „Wissen“ zum Beispiel wird „wissn“ ausgesprochen.Ich war auch überrascht, als ich das erfuhr, aber da die Quelle Lehrerin für Phonetik und Sprecherziehung ist, glaube ich ihr das einfach mal. ;-)Das Problem ist nur, daß ich, wenn ich hochdeutsch gesprochen habe immer die falsche Sprechweise benutzt habe. Ist verteufelt schwer wieder loszuwerden.

  6. In der Tat ist eine IPA-Transkription von deutschem Text für viele ziemlich überraschend. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass ich als deutscher Muttersprachler eine der höchsten Autoritäten in Sachen Deutsch bin. Und mit dieser Tatsache kannst du dich auch trösten, Preacher. Mit anderen Worten: So etwas wie „vorgeschriebene“ Aussprache gibts nicht, außer vielleicht in der Bühnensprache und die haben sich für /-ich/ auf Grund von „akkustischen“ Überlegungen entschieden. Natürlich wird /-ich/ von der überwiegenden Mehrheit vertreten. Wir erkennen also nun den Unterschied zwischen „richtig“ und „Standard und können nun guten Gewissens eines davon aus Diskussionen wie diesen streichen.

  7. Und wieder duirften wir Zeuge werden, wie sich jemand selbst wegargumentiert. Hochdeutsch an und für sich ist „nur“ eine Vereinbarung, „nur“ ein Standard. Das gilt für Rechtschreibung, wie Aussprache.Und IMMER wenn von richtigem oder falschem Deutsch die Rede ist, bezieht man sich aufs Hochdeutsche. Auf was auch sonst.

  8. Nah. Diese Vereinbarung fußt aber nur auf Häufigkeitswerten und wird als konservativer Standard postuliert, um die Häufigkeitswerte da zu halten, wo sie grade sind. Aber Häufigkeitswerte haben immer einen Bezugsrahmen und können innerhalb dessen ganz unterschiedlich fallen. Wer reines, standardgemäßes Hochdeutsch spräche, fiele sowohl im Norden wie im Süden als „nich von hia“ bzw „net von hi@(r)“ auf, weil es sowohl vom Standard-Nord (gebildete Sprecher) als auch vom Standard-Süd (gebildete Sprecher) abweicht. Kritik an der Sprechweise einer Person ist also eigentlich billig, weil immer zu haben, hat noch nicht viel mit den Inhalten zu tun, und sagt dem Verständigen womöglich mehr über den, der sie vorbringt, als über den Kritisierten.Dann, da noch die IPA angesprochen wurde – das offizielle Handbuch der IPA beschreibt ein Phonemsystem für das Deutsche, das wahrscheinlich guten Standard-Nord (gebildete Sprecher) wiedergibt: jede Menge Kurzdiphthonge wie /ua/, /ia/, /ea/ (etwa in „wurde Vierter“). Das sieht nun zwar sehr schön mittelenglisch/rohirrim aus, hat aber wenig mit „guter“ Aussprache „des“ Deutschen zu tun. Um so mehr aber wohl damit, dass das jemand aus Kiel geschrieben hat… 8)Phil Maloney – (spricht Standard-Süd in einer rhotischen Variante – „wurrde alzo Vierrtr“)Damit jedoch genug OT. Thema sind doch eher Hofrats Anmerkungen dazu, dass DSA laut TR in bevorstehenden Publikationen den altehrwürdigen (und stets recht einfachen) Pfad des Exotismus zu beschreiten gedenkt. Wozu ich keine rechte Meinung habe – ich kann mich bloß erinnern, dass sowas ähnliches doch vor 20 Jahren oder so, als ich Aventurien das letzte Mal mehr als 15 Sekunden Aufmerksamkeit widmete, auch schon das neue große Ding sein sollte (irgend so n Orkland und was dahinter lag, wenn ich mich recht erinnere). Was bei Licht betrachtet auch schon alles sagt: wenn’s nur interessant sein soll, weil’s unbekannt und anderswo ist, dann wird’s nicht lange interessant sein. (Das dürfte grade die Zeit gewesen sein, als ich mein Rollenspielerherz endgültig allen kulturspezifischen Abenteueransätzen schenkte. Wobei ich die populären Fokussierungen auf Orlanthi/Vilani/Menschen des Westens für eine ähnlich kalifornische Krankheit halte wie Star Trek.)

  9. Tja, bedankt euch bei den Österreichern. Die haben nen eigenen Staat haben wollen, und mit Pipi in den Augen den Reichsverband aufgelöst haben.Sonst wäre Südsprech wahrscheinlich stilbildender. Die Sache bleibt aber: Wer sonst -ich sagt, und bei besonderer Situation auf -ig unschwenkt, der liegt falsch.Schlicht und Einfach.@Californische Krankheit. bitte mehr dazu, klingt interessant.

  10. @Kalifornische Krankheit (im Deutschen mit K)google -> Roche Lexikon Medizin:Kalifornische Krankheit = KokzidioidomykoseKokzidioidomykose (auch Talfieber, Wüstenfieber):“in Amerika vorkommende Mykose durch Coccidioides immitis. Meist nur als Befall der Atemwege (nach entsprechender Staubinhalation) mit grippeartigem Verlauf. Bei der selteneren, durch hämatogene Erregerverschleppung bedingten progressiven Form (als Sekundärstadium) treten in Haut, Skelett, Zentralnervensystem u. inneren Organen granulomatöse, geschwürige u. Tuberkulose-ähnliche Prozesse auf (häufig letal). Diagnose: Kultur, Tierversuch, Hauttest, Komplementbindungsreaktion.“

  11. „Californien mit Tseh geschrieben“erst seit kurzem (spätes 20. Jhd.) als Alternative möglichund in Fachbegriffen (z.B. aus der Medizin) sowieso nicht

  12. Addendum: „möglich“ bedeutet in diesem Fall „gesellschaftlich akzeptiert“ (laut Duden ist es noch immer falsch)

  13. Falsch: nicht „falsch“, sondern „nicht mehrheitsfähig“ (zum präskriptiven Wert des Duden siehe oben).Kalifornische Krankheit: kalifornisch wegen Star Trek; – jedenfalls, für mich: die Vorstellung, „dass von Menschen beschriebene Figuren letztlich nur mehr oder weniger menschlich agieren können“ (von hier). Blahblahblah; Ausrede…

  14. Nur mal so als Hinweis: Zu Andergast GIBT es einen Regionalband – Unter dem Westwind, Regionalband zu Nostria, Andergast, Thorwal und dem Gjalskerland.Womit also 2/3 des Textes vollkommen ins nichts laufen. Herzlichen Glueckwunsch, Operation oeffentliche Blamage erfolgreich 🙂

  15. Blamage? Da ist wohl der Fanboy-Wunsch Vater des Gedanken. ;-)Fakt ist Nostria ist ein relativ wenig beackertes Land und es hat viele ARS Aspekte. Seine Äußerungen finde ich weiterhin schlüssig.

  16. Ach je, was für ein stümperhafter Beitrag, sorry. Nach eher sitznesselhaften Anmerkungen zur Aussprache des Deutschen (aber Kleingeister regen sich ja gern über völlig belanglose Dinge auf …) folgt dann eine akribische Herleitung, in welchen System die DSA-Welt viel besser zum Tragen kommen würde, und dann werden Andergast als einzige aventurische Region genau diese Eigenschaften attestiert – aber das sei schlecht, weil es nicht deshalb ausgewählt wäre, weil man sich Gedanken gemacht hätte, sondern weil es dazu noch keinen Regionalband gäbe.Gibt’s aber, wie Mandrion auch schon schrieb, und damit ist das alles wirklich nur dünne Luft mit muffigem Geruch.Wer braucht sowas? Mit Sicherheit nur der Schreiber hier selbst …Cruper

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