Shovel on a little more coal

Warum Diebesgilden quatsch sind:

Natürlich ist organisiertes Verbrechen kein Unsinn. Die lächerliche Diebesgilde, von der ich spreche, ist eine zunftmäßige Vereinigung von Einbrechern und Taschendieben. Ganz harmonisch werden Stadtviertel verteilt, Aufträge zum Einbruch vergeben und Einbruchsausbildungsseinrichtungen unterhalten. Und das ist hochgradig unsinnig. Denn Einbrecherbanden mit einem zu kleinem Einzugsgebiet werden ganz schnell zu einer derartigen Bedrohung, daß selbst schwache Personenverbandsstaaten diese ausräuchern. Gerade in einer annähernd ständisch organisierten Stadt ist bei all den Zünften garkein Platz mehr für eine Diebeszunft. Alle wären gegen die Einbrecher, da permanent ihr privates Eigentum betroffen wäre.
Wie soll man sich das vorstellen, daß sich die Einbrecher koordinieren? Es gibt da keine Verbundsvorteile, vielmehr nur Nachteile. Man hat ja nichts davon, mit anderen abzusprechen, welches Kaufmannsschatüllchen man ausräumt.
Kann also nur noch organisierte Kriminalität in Fantasystädten vorkommen. Da stellt sich aber die Frage, welche Gesetze diese denn überhaupt gewinnbringend umgehen könnten. Rauschgifthandel kann funktionieren, ebenso Schutzgelderpressung. Aber gerade Schutzgeld ist ein großes Problem in einem Setting, wo die besten Händler auch die streitkräftigsten Soldaten waren. Norditalienische Händler-Ritter hätten jeden Schutzgeldjogi ausgelacht und aufgeknüpft.
Insgesamt waren frühere Zeiten eben gerade auch zeiten privater Gewalt, und jede Zunft war an sich schon eine schlagkräftige Truppe. Ebenso fragwürdig, ob irgendjemand sich auch nur einen Scheißdreck um das BTM-Gesetz kümmert. Was also dann schmuggeln?
Einen schwachen Staat zu bescheißen ist verdammt schwer. Was sich lohnt, ist Zollumgehung. Das könnte funktionieren. Einige Potentaten haben ja den Zoll zur größten ihrer Einnahmequellen gemacht, da ließe sich ein feiner Schnitt machen, und organisiert läuft das auch besser. Ebenso gibt es handfeste Gründe für andere Zünfte, diese „Diebes“gilde zu decken, da sie selber davon profitieren. Nur der Landesherr wird geschädigt evtl. sogar mit stiller Unterstützung einiger Zünfte, die besonders viel Importwaren benötigen.
Also kann es Schmugglerbanden geben, Räuberbanden sowieso, und auch einen Schwarzmarkt bzw. Hehlerwesen geben. Aber körperschaftliche Einbrecherbanden sind und bleiben abstrus und unglaubwürdig. Leider findet der Schmuggel dann aber in irgendwelchen ländlichen Gegenden statt, die städtische Diebesromantik ist dann dahin. Leider wurden die meisten Zölle an Brücken erhoben. Wer da einen Ausweg findet, muß sich schon sehr strecken.

Wenn ihr andere Ideen für eine stabile „Diebesgilde“ habt, teilt sie uns hier mit.

Ein Gedanke zu „Shovel on a little more coal

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