I’ll take you home again Kathleen

Internet und Rollenspiel. Ja, Blut und Glas hat eine wichtige Sache angesprochen: Es ist ruhiger geworden (wenngleich die Leserzahlen des Leuchtturms weiterhin ). Einerseits, weil ich (und andere) sich nicht mehr jedesmal mit den gleichen falschen Gedanken und Vorurteilen herumärgern wollen. Ja, ich poste ja in deutschen Foren fast garnicht mehr. Andererseits gibt es globale und regionale Zustände, die dazu führen.

1) Es pasiert nicht viel im deutschen Rollotum.

Material des ersten Hofratjahres war die Aufarbeitung der gesammelten Klöpse von zwanzig Jahren RSP-Szene. Viel unausgesprochenes ist ausgesprochen worden, aber Neues wird kaum produziert. Deutsche Neuerscheinungen sind Mangelware, Veränderungen in der Verlagsstruktur nur zum Negativen zu bemerken. Die Internetszene stagniert, die üblichen Verdächtigen posten auf nationaler Ebene, die lokalen Foren dümpeln im Halbwissen und in Antriebslosigkeit. Wenn die gleichen Sachen immer wieder unverändert weitergehen (siehe BurgCon-Werbung), was soll man dazu sagen? Nochmal die gleichen drei Personen, die da in der Realität hinterstehen, angreifen? Oder DRSP: Nun gibt es ihn garnicht mehr, ganz wie es prophezeit war. So traurig wie es ist, journalistisch gibt das außer apokalyptischen Visionen nichts her. Die nWoD wurde von den konservativen Romantikern in Deutschland abgeschmettert, die Battletechszene ist zumindest im Internet ein Witz geworden (dazu habe ich ganz konkrete Zahlen).
Andere Inititativen, wie das unglaublich von Anfang an von mir als blödsinnig erkannt Fanoptikum, haben ihre Praktikabilität in fulminanter Weise widerlegt. Ich habe es ja gesagt.
Einzig die Podcasterei ist diskussionswürdig und im Aufsteigen begriffen, aber auch da schlagen die üblichen Verdächtigen zu. Und des Hofrats eigenes Problem: „Wo nichts passiert, kann man nicht so viel berichten.“ trifft die Podcaster doppelt, da sie bislang nicht den Sprung von der Verlautbarungs- und Werbeveranstaltung sauber gemacht haben.
Die Forge hat nahezu jede Wirkungsmacht verloren, selbst Theorieköppe argumentieren ganz postforgistisch, aber weder Impulse noch Bedrohung gehen von ihr mehr aus. Und die Diaspora Blogs schweigen, einzig der einsame Tor in der Wüste Georgios ventiliert noch schon längst widerlegte Edwardismen. Aber da diskutiert auch keiner drüber.

2) Wir hatten Erfolg

Die üblichen Verdächtigen, so sie dazu in der Lage, haben zumindest in Deutschland, alle Kernpunkte der wahren und reinen PESA-Lehre verinnerlicht. Zumindest aber gibt es keinen Ort, an dem ungestraft Erwinismen geäußert werden können. Die deutsche Internetszene ist doch recht klein, und die habe ich erreicht. Wenn auch noch lange nicht jeder Poster überzeugt ist, so muß sich doch jeder zu der Hofratschen Offenbarung eine Meinung bilden, bzw. tut es, ohne daß ich es wußte. So existieren sogar schon (mehrere) Threads, in denen meine Person in Spielwerte umgesetzt werden soll, thematisch wie auch ARSig.

3) Keine Gegenentwürfe

Wie auch, gegen die Wahrheit kommt nur Dummheit an. Wie man Ignoranz Online bekämpft, das weiß ich aber nicht. Das weiß wohl keiner. Ratschläge werden entgegengenommen.

Alles in allem bleibt nicht viel, außer mit den anderen Erleuchteten die wahre und reine Lehre zu verfeinern, sowie für die Nachwelt zu kodificieren und zu neuer Blüte zu bringen. Doch das ist mühseliger und dauert länger als die Kritik des Konsumenten. Wenngleich Kritik überaus wichtig ist: wo nichts mehr zu kritisieren ist, wo nichts Neues wächst, da muß selbst gepflanzt werden. Da meine Internetkarriere mit der Einforderung von D&D-artiger Professionalität für nicht-Kampfsituationen begann, wollen wir dieses Thema ebenfalls nicht aus dem Auge verlieren.

Addendmum: evtl. noch nicht bei jedem angekommen ist der trickreiche Unterwanderungsversuch Haralds: The Shadow of Yesterday hat er übersetzt (Leistung!) ; ich vermute, um den Stimmis von hinten durch die Brust durchs Auge zur thematischen Erlösung zu verhelfen. Immerhin: wer erstmal von harten Regeln gekostet hat, und nicht auf Grey’s Anatomy steht, der ist auch fürs ARS rekrutierbar. Also wünschen wir viel Erfolg!

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