Die Welle

Aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen hat sich die Benutzung des Begriffs “Plausibilitätenabwägung” nicht ausgezahlt. Entweder sind haufenweise Leute und Menschen doof und spielen ganz oll und komisch, oder der Begriff ist nicht die jedem verständliche Abkürzung, die ich darin sehe.
In aller Kürze:

P-A ist eine Art der Anwendungsform der Methode Rollenspiel. So kann einem Planspiel für einen bestimmten Prozess ein explizites Modell zugrunde liegen. Ein Beispiel aus meiner Travellerkampagne sei angeführt. Die Spielergruppe hat in einem Krieg die Versorgungsrouten für schweren Wasserstoff für die Feindflotte unterbrochen. Nun muß der Spielleiter entscheiden, was die abgschnittenen Verbände machen. Da ich als SL kein quantifiziertes, kodifiziertes Modell für die Vorgänge innerhalb des Hirns des zuständigen Konteradmirals habe (und nicht haben will), Beurteile ich die dem Admiral bekannte Lage, komme zu einem Entschluß und der Befehlsgebung; der Ausbruch wird versucht. Die Ausbruchsschlacht wurde dann mit den Flottenkampfregeln ausgefochten. P-A ist also unverzichtzbar und gelinde gesagt der Kern der Methode Rollenspiel. Ich kann mein ad-hoc Entscheidungsmodell ja auch mit einem Würfelwurf garnieren, aber P-A und ad-hoc bleibt es dann trotzdem.
Ein anderes Beispiel ist OAD&D. Haufenweise Probleme werden da durch gemeinsam verhandelte P-A gelöst, und ich würde sogar sagen das macht den Hauptspaß aus, ist gar zentraler Bestandteil. Beispielsweise kann man eine Tür öffnen, indem man einen Wurf durchführt.

3.5
“Da ist eine Tür, verschlossen”
*öttel-öttel*
“Siebenundzwanzig!”
“Die Tür geht auf.”

Oder eine Tür durch P-A öffnen.

OAD&D
“Ihr seht eine große steinerne Tür, keine Klinke oder ähnliches daran. Aber sechs Vertiefungen”
“Ich stecke was in die Vertiefungen.”
“Kein Ergebnis.”
“Ich schau mir die Vertiefungen im Kerzenlicht genau an.”
“Du gehst mit dem Auge ganz nahe heran?”
“Ja.”
“Du erkennst, daß das Steckplätze für Metallstangen sind, vermutlich um die Tür seinerzeit aufzurichten.”
“Ich halte eine Kerze an alle Stellen des Türrahmens.”
“Oben flackert die Kerze, geht fast aus.”
“Da ist Luftzug!”
“Kann ich durch den Schlitz sehen?”
“Nein, es sei denn, du hast Infravision.”
“Wir machen eine Räuberleiter, klopfen die Wand über der Tür ab.”
“Dort klingt es an einer Stelle hohl. Verborgen ist dort eine Art Schlüsselloch für einen merkwürdig geformten Schlüssel.”
“Mmm den haben wir nicht. Laß uns die Lücke nutzen, um die Tür einzureißen.”
“Au ja, ich knüppere einen Haken an ein Seil, räuberleitere Hoch, stecke den Haken durch den Schlitz, und angele solange rum, bis er sich an der Tür, aber nicht in Rahmen verfängt.”
“Auf drei ziehen alle! Eens, zwü, drü!”
“Die Tür kommt euch krachend entgegen! Dahinter seht ihr…”

Alles klar?

Zum O.R.K.

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