Till we tried to put it all together one night

Vom Werte geschlossener Publikationen. Es erstaunt mich immer wieder, daß der größte und wichtigste Vorteil von Magazinen für einen Interessensbereich nicht angeführt wird. Bei Diskussionen um Fanzines oder bei Gesprächen über die auslaufenden D&D Magazine wird der wichtigste Punkt vernachlässigt. Gerade auf das Internet zu verweisen offenbart ein Misverständnis des Wesens der Dinge.
Einheit in Raum und Zeit, meine kleinen Freunde!
Bei einem Wasauchimmer-Zine gibt der Rhytmus des geschlossenen Erscheinens der Leserschaft Impulse. Noch wichtiger ist die räumliche Einheit: Durch Auswahl und Stichtag begrenzt, erhält man Überblickswissen, man liest von Dingen, die man sonst und vorher nie beachtet hätte. Im Internet findet man nur, was man sucht. Woher soll man aber wissen, was man suchen soll?
Ebenso wird die Aufmerksamkeit in Schübe unterteilt, etwas was dem Internet als Medium vollkommen abgeht. Selbst Periodika im Internet werden stückweise konsumiert, wohingegen das durchblättern zur Beschäftigung zwingt und im guten Sinne eben animiert.
So würde ich nie auf eine [mE gibt es eh nur zwei die man lesen kann, und nur eine, die man lesen darf] echte Tageszeitung oder mein heißgeliebtes Spektrum der Wissenschaft verzichten wollen, geschweige denn zu Gunsten von Online-Inhalten. Andere Medien haben andere Vorteile, es erfüllt mich mit Traurigkeit, wenn die sich ihrer Medienkompetenz rühmenden Rollos diesen unglaublich wichtigen Faktor ignorieren.
Einheit von Zeit und Raum sind das Gegenteil des derzeitigen Internets. Und deswegen ist ein Fehl an echten Periodika der Schlußstein für eine Verflachung und Zersplitterung des Wissen des Einzelnen. Es mag sein, daß Kulturtechniken geschaffen werden, die das auch im Netz ermöglichen. Geschehen ist dahingehend noch nichts! Und ich sage das als durchaus Internetbegeisterter und Online-Magazin-Konsument. Es ist nicht das Gleiche, und die großen Vorteile des Digitalen fußen eben auf den intrinsischen großen Nachteilen. Diese dunkle Medallienseite wird nun schattig immer mehr auf uns liegen, bis Geist und Wille der Szene(n) vollends zerfasern.
Wer keine Magazine lesen kann, der versteht auch nicht mit Blogs oder Foren umzugehen. Diesen Tröpfen schwallt unlektorierte, unsortierte Information entgegen, und sie halten den Brei für überlegen.
Vorteile und Nachteile, meine kleinen Freunde!
Vorteile und Nachteile.

Zum O.R.K.

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