Endstation Kabul

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EDIT: Obligatorischer Hinweis zur Rollenspielrelevanz (ObHiRo):

Bitte querlesen mit verlinktem Buch, und man hat schon genug Material und authentische Eindrücke für Militärkampagnen vom 1. Weltkriege bis jetzt.

Der wirkliche Skandal, der mit „Endstation Kabul“ angesprochen wird, wird aber vermutlich weiterhin nicht ausreichend thematisiert werden. Deswegen möchte ich ihn mal beim Namen nennen: Die Auswahl, Laufbahn, Personal- und Einsatzstruktur des zeitgenössischen deutschen Offizierskorps ist für die Mehrzahl aller Mißstände verantwortlich. Die schwerwiegendsten Mißstände gehen aber auf „die Politik“ zurück. Der größte politisch zu verantwortende Mißstand: Offizierauswahl, Laufbahn und Ausbildung. Mit Mehrheit werden da Leute gezüchtet, die, um es vornehm auszudrücken, dem US-Offizier aus dem 2. Weltkrieg entsprechen. So wie es bei Creveld skizziert wird.
Zuviele rückgratlose Manager, Angsthasen, Absicherer, Meldebären, Selbstbeschäftiger, Umstrukturierer, Powerpoint-Krieger.

Meine einzige Hoffnung für meine Offizierskameraden ist, daß die aktuelle Generation ihre Einsatzerfahrung nutzt.
Mal sehen, wieviele deutsche Soldaten sterben müssen, bevor man sich auf das Wesentliche besinnt.

4 Gedanken zu „Endstation Kabul

  1. Das ist nur teilweise richtig. Richtig ist, dass die deutsche Politik den Soldaten verachtet, ihm vernuenftige Ausbildung und Ausruestung verweigert und im Regen stehen laesst. Wer einmal amerikanische Ausbildung und Camps erlebt hat, weiss, wovon ich rede. Ich laste es der parteipolitisch gepraegten Auswahl der Generalitaet an. Ist ja nicht mehr wie bei der Reichswehr. Es ist aber auch ein „gesamtgesellschaftliches Problem“. Zu meiner Zeit kamen nach meiner persoenlichen Zaehlung mehr als die Haelfte der OAs aus den neuen Laendern. Die Zahlen waren bestimmt nicht so hoch, weil man dort den Soldatenberuf so hoch schaetzen wuerde oder besonders patriotisch waere. Das ist mit Sicherheit nicht besser geworden. Ich sage aber auch, was ich schon oft gesagt habe: Die Offiziere der Kampftruppen sind die Elite unserer Nation.

  2. markus, Nun, ich kenne genug *wirklich* beieindruckende Persönlichkeiten. Aber die sind es *trotz* der Umstände, und nicht wegen. Gerade auch in der Kampftruppe werden die motiviertesten und soldatischsten Kameraden auf und von höherer Ebene ausgebremst.Sagen wir mal, 50% eines OAJ sind PowerPoint-Fuzzies, und die anderen moralisch-menschliche Elite. Dann werden trotzdem alle von beiden Gruppen Stabsoffizier. Vor allem wird durch die Laufbahn auch bei den besten wichtige Momente genommen, die ein Zusammenwachsen mit der Truppe verhindern. DAS IST GEWOLLT! Von dem fast vollständigen Fehlen der Pflege eines Offiziercorpsgeistes im Altpreußischen Sinne sei garnicht die Rede.Aber auch bei den Feldwebeln ist schon lange nicht mehr alles Gold was glänzt, da hat das derzeitige Personalwesen ganze Arbeit geleistet.Aber auch Gutes bringt die Zukunft: Je ernster die Einsätze werden, desto mehr erfahrene Soldaten gibt es, und der Druck, diese Erfahrungen zu teilen wird auf jeden größer, der Respekt erlangen und Autorität erhalten will.

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