ENNies Skandal, Nachtrag

Zachary Houghton ist nach seinem begründeten Rücktritt (Kreuz~Zeitung vom 25.08.2008) in großer Schärfe attackiert worden. Und zwar vor allem per eMail, und scheinbar in einem Maße, daß selbst berufsgutgelaunte Schmuzelbären nur noch mit dem Kopf schütteln können (Jeff’s Gameblog: One Brief Observation).

Nun sah sich Zach zumindest nicht mehr in der Pflicht bei seinen respektvollen Andeutungen zu verharren, da neben den persönlichen Drohungen eben auch seine Integrität angegriffen wurde, und von einer besonderen Sorte ENWorld-Sykophanten alles als „unbewiesen“ und „ausgedacht“ dargestellt und abgewiegelt wurde. Also veröffentlichte er teile der eMail Korrespondenz, die geradezu schockierende Vorgänge aber vor allem Geisteshaltungen offenbarte. Eine Lesart so wie die Quellen selber findet ihr bei (the) RPGPundit vom 29.08.2008.

Ich denke die Beweise sprechen ihre eigene Sprache.

Was ich nicht verstehen kann, ist die Reaktion der ENnie „Offiziellen“. Denn anstatt die auftretenden Fragen und Eindrücke durch Verständnis und Neutralität und Taktgefühl aus dem Weg zu Räumen um so die Möglichkeit zu haben ihre Version der Geschichte dagegenzustellen, gab es eine PR-Katastrophe. Genaugenommen läuft die noch. Immer mehr Dreck kommt nach oben, jeder irgendwie Beteiligte erregt sich dolle über die Fragen und die Skepsis beim Publikum. Und beschimpft und greift die Frager an! Selbst wenn man im Recht ist, ist das schon schlecht. Aber wenn man es nicht ist…auf jeden Fall können so keine negativen Verdachtsmomente in positive Stimmung verwandelt werden.

Wichtig ist auch zu verstehen, wer den die Akteure sind. Kumpels, Männer die ihre Ehefrauen vorschicken, Zimmergenossen und sonstige Duz-, Runden- und Onlinefreunde stellen 100% der „Schadensbegrenzer“ = Verschlimmbesserer. Und dabei kommt immer wieder raus, daß die Nähe zum inneren Kreis der Circus Maximus (ein Lästerforum, wo die „coolen“ über EN-World lästern)-Clique wichtiger ist, als ein gewählter Judge zu sein.

Nun, informelle Wege und Verfahrensgänge auf einer Kumpelbasis führen eben zu Intransparenz, Vetternwirtschaft und Vergünstigungen für die „Alten Kameraden“. Dies ist schon verständlich nur kann und darf eben nicht so weit gehen, wie es das in der Vergangeheit tat, und wie es jetzt in der Debatte um Zachs Weggang und der zugrundeliegenden Verfahrensfehler geht.

Davon ab haben die Belege aus Zachs eMail Ordner tief blicken lassen, was einige Judges vom Publikum und allem was nicht „professionell genug“ sei. Ungefähr gar kein Rollenspielprodukt ist professionell, man schaue sich nur die einzigen die es sein müßten an (4e Grundbücher, rein handwerklich): Voller Fehler, ohne Index, schlechtes Papier. Der Witz ist auch, daß diese Amateure und Fans, durch ihre Positionen als ENnies Funktioner (einige die Zeit haben Judgen dann) gewissermaßen denken ihnen gehört das ganze. Und da paßt natürlich ein von „außen“ (Deutschland [ohne Scheiß ohne EUCH wäre Zach nicht zweimal Judge geworden, soviel kann man sagen]! theRPGsite! Old-School boards! Palladium!) eingewählter Judge der nicht zur Clique gehört, andere Ansichten hat, dauernd so transparent wie möglich ist, überhaupt nicht rein.
Er nimmt ja auch dem inneren Kreis einen Platz als Judge weg, was aber gemildert wird, da bei nicht-Wahl sofort ein Platz beim „Staff“ frei wird…

Zum O.R.K.

6 Gedanken zu „ENNies Skandal, Nachtrag

  1. Hattest Du nicht erst letztlich zu einem ähnlichen Vorfall was von Maschendrahtzaun geschrieben?

  2. Die Sache liegt hier anders, aber nur weil Zach vollkommen schuldlos ist.Die Eskalation und der Wahnwitz laufen ja nur auf einer Seite, zu deren Schaden ab. PR-GAU anstatt Nachbarschaftsstreit

  3. Das ist eine sehr einseitige Sicht auf die Situation, die ihr m.E. nicht gerecht wird. Alles, was die Dokumente von Zach zeigen, ist tatsächlich, dass ein Typ Blogs und Podcasts verunglimpft „“ nicht sehr nett „“, und dass jemand anderes eine Möglichkeit aufzeigt, um einen Fehler zu vertuschen. Ja, beides nicht toll, aber normale Fehler in einem Prozess, an dem mehrere Leute beteiligt sind. Daraus lässt sich nicht schließen, dass die EnNies korrupt, inzestuös oder sonst was sind (über das klar ersichtliche Maß hinaus, dass Juroren primär von ENWorld bestimmt werden).Zach wird vom Pundit verteidigt, andere Juroren von fusangite, und wer da jetzt mit wem Essen geht ist erstmal kein Problem. Es sei denn, man will die EnNies unbedingt als Schlammbad sehen.

  4. Set: Die Sache liegt hier anders, aber nur weil Zach vollkommen schuldlos ist.-Das einzige, was ich bisher sicher weiß, ist das Zachary Houghton, genau wie Prometheus vor ein paar Wochen, Meinungsmache betreibt, in dem er Dokumente an die Öffentlichkeit bringt, die dafür nicht unbedingt gedacht waren.Das es bei den Ennies nicht 100%ig neutral und fair zugeht, sollte jedem klar sein. Das bekommen noch nicht mal große Sportverbände oder deren Schiedsrichterorganisationen hin.Ein kritischer Blick auf die Ennies ist sicher angebracht, aber eine gut/böse Bildzeitungsmentalität sollte man deswegen noch lange nicht annehmen.Die Äußerungen einiger Houghton Gegner ziemlich dumm sind, steht außer Frage, aber um ähnlich große Dummheiten im Netz zu finden, muss ich nicht mal die Seiten dieses Blogs verlassen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.