Völker hört die Signale!

Es geht ein Gespenst um in Deutschland. Antithetisch zu Graf Schenk von Matausch tritt nun, von der anderen Seite her, im engen Schulterschluß der Werktätigen Bevölkerung die Bewegung der Radikalen Wacholzisten auf den Plan. Es brodelt im Reiche der Ulissisten, Revolutionäre Kräfte formieren sich, hier die Freiformer mit international Anerkannten Gesten des Anstands, dort die Roten Kleinklein-Brigaden.

Doch obacht, ist mit den Deutschen Spielermassen ein Staat überhaupt zu machen? Dies ist eine Frage, die der kindliche Preuße aus diesem, unseren Elfenbeinleuchtturm des Guten Geschmacks kritisch zu beäugen genötigt sich nun sieht.

Wie es den Marxisten zu Ehre gereicht, haben die Radikalen Wacholzisten in der Analyse der Problem in Deutschland den klaren Vorteil. Denn um nicht anderes geht es, als die tatsächliche Entfremdung der Geistesarbeiter von der werktätigen Spielerschaft.

Ebenso treffend ist die marxistische Analyse, die den Radikalen Wacholzisten zugrunde liegt:

Die Avantgarde von Hartwurst und Krokodil (Schwefels, Wachholzens uvm.) ist kontinuierlich von den Produktionsmitteln, und in großer Art sogar von Spielmitteln getrennt worden. An verschiedenen Regionen und Meisterpersonen hatten die H.u.K.-Literaten per Gewohnheitsrecht ein gewisses Eigentum erlangt. Dieses natürliche Eigentum spiegelte sich in der sittlichen Vereinbarung wieder, nur den jeweils zünftigen H.u.K.-Literaten die Ereignisse in ihrem Bereich weiter fortschreiben zu dürfen. Mindestens aber gab es in den Redax-Zunfträten ein Mitspracherecht.

Diese natürliche, mittelalterliche Wirtschaftsordnung samt Briefspiel-Privilegien ist nun sukkzessive unter dem Banner der Effizienz und der Zinsherrschaft aufgebrochen worden. Inwiefern dieser Prozess eine unumweichliche Modernisierung darstellt, sei dahingestellt. Aber er hat stattgefunden.

Alle vormaligen Zunftmitglieder durch Aufehbung des Zunftzwangs sind nun herabgesunken zu austauschbaren Lohnarbeitern, denen Mitspracherecht und Gewohnheitseigentum abgesprochen wird. Ebenso ist der alte Adel (Fuchs & Co), der schützend die feudale Ordnung bewahrte, verarmt und durch bürgeliche Kapitalisten (Ulisses) ersetzt worden. Diese Investition seitens der Ulissouisie zwingt per Zinsdruck zu einer Rationalisierung des Arbeitsprozesses, inklusiver räumlicher Akkumulation.

Soweit, so gut.

Die Frage ist nun, inwiefern überhaupt gewinnbringend in Lohnarbeit DSA-Lesestoff erzeugt werden kann?

Denn gerade im Reiche Aventurien gab es ja soziales Kapital, daß in der Ulisses-Rechnung nicht mehr auftaucht. Will heißen, für fiktiven Status innerhalb der Zunft sowie für die nicht pekuniär Meßbare Entlohnung in Form von Gewohnheitsteilhabe, waren haben die H. u. K.-Literaten sehr viel geschuftet. Zwar in mittelalterlicher Produktionsweise, die wohl Jahreszeiten aber keine Abgabetermine kennt.

Ich melde hier meine starken Zweifel an, daß ein vormodernes Produkt wie DSA in moderner Lohnarbeit überhaupt zu produzieren ist.

Erste Indizien für dieses Problem sieht man etwa hier.

Es gibt also echtes Potential für eine Revolution in Deutschland. Beim nächsten mal schauen wir uns die potentiellen Revolutionäre noch einmal näher an, um o. g. Frage der Fähigkeit zur Staatsgründung weiter zu beleuchten. Bis dahin geht unser Gruß an die H.u.K.-Bewegung. Mal sehen ob sie wahre Rote oder nur verängstigte Vasallen sind, die sich die selige Zunftzeit zurückwünschen. Aber dazu später mehr.

4 Gedanken zu „Völker hört die Signale!

  1. Rofl! Gott vergibt, der Widerstand nicht! Ich muss aufhören soviel Tropico 3 zu spielen.ludovico_technique

  2. Erstaunlich, was DSA-Fandom alles für merkwürdige Kreaturen hervor bringen kann. Merkwürdigkeit gebärt Merkwürdigkeit. So langsam nervt es. Reicht nicht ein Motzblog wie Gotongi? Muss man es noch steigern?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.