I got Pig Iron, I got Pig Iron

Immernoch lesen hunderte Merknixe aus Tumbland zu, also eine kurze Reprise auf die Hohlbirnigkeit und begrenzte Sicht der authochtonen Schreiber- und Leserlinge. Unser neuer Mitspieler beim Savage Tide AP, seineszeichens frankophone Person mit excellenten Deutschkenntnissen, berichtete von seinen ersten Rollo-Erlebnissen in Berlin. Er fand schnell Leute, die das System seiner Jugend spielten: DSA.
Kurz zuvor hatte er sich die damals neue 3.0 er Version der D&D Regeln gekauft, die ja weltweit heiß diskutiert wurde, und ein organisatorischer (OGL), betriebswirtschaftlicher (WotC) sowie zockologischer (Cook! Tweet! Williams!) Meilenstein, was sag ich: Epochenbeginn!, war.
Als die Gruppe, die zuvor schon sehr prätentiös auftrat, dies sah, wurde ihm unmisverständlich klargemacht, daß D&D minderwertig und nur DSA ernsthaftes Rollenspiel sei. Arroganz und Uninformiertheit mischen sich zu einer unappetitlichen Suppe.
So auch bei dem DSA-Autor, der jüngst, als Shub Schumann firmierend, im O.R.K. fröhlich Einstand feierte.
Als er dann konkret wurde, warum D&D denn abzulehnen und sogar hassenswert (sic!) sei, kam Folgendes zutage:

(weinerlich, getragen)
„Na weil, da gibts garnicht so schöne Einbettung von Magie in die Welt. Ja bei DSA, in Aventurien, da gibt es Magierphilospohie und so, um die Götter zu besprechen, und ich kann mich dann viel besser reinhineinversetzen, vor allem mit den Spruchnamen und Reimen. Schade, daß die Reime nicht mehr da sind. Aber vor allem ist das alles total gut begründet, Wenn man wieder in der Eisenbahn sitzt, dann kann man bei DSA toll über Nayrakis und Sikaryan philosophisieren und Magotechnische Axxelratus-Umkehrungen besprechen, welche aber nur in der Puniner Schule der Kurzsicht gelehret wird. Wenn dann noch einer Elementarsprüche zaubert, dann weiß man, daß es ein Pyrdakor-Paktierer aus der hohen Gebirgsschule sein muß. So kann man, wenn man alle Abenteuer und Boxen eifrig gelesen hat (auch die alten, denn in der neuen Götterbox steht garnicht all die guten Dinge, die früher drin waren, hihi, ich Sammlerfuchs), manche offizielle Plotentwicklung schon vorher erahnen, und dementsprechend seine Charakterreaktion total gut ausspielen und stimmungsvoll rüberbringen. Überhaupt, sowas geht bei D&D garnicht, deswegen hasse ich D&D. Und jeder der D&D gut findet, ist deswegen doof und gemein und sollte lieber meine DSA-Bücher kaufen, als so doofes Powergamerzeug. Das verkauft sich nur, weil es das erste Spiel war, und Glück mit dem Marketing hatte.
Und D&D hat so viele Welten, das ist so stimmungslos, das muß man deswegen hassen.“

Jaja, so ist das. Traurig aber war. Für die nicht D&D-Kenner sei gesagt, daß selbst die Fantastoversiche Erklärung von Magie bei D&D Tradition hat, und seit den 70ern mit mehr Schrifttum abgedeckt wird, als zu DSA überhaupt existiert. Auch wenn ich, und das sei ausdrücklich als Lob zu verstehen, die DSA-Kosmologie als amüsante Lektüre anerkenne. Beim spielen hilft sie nicht, durch ihre Meister-Redaxstruktur schadet sie sogar. Aber spielen, das tun ja die wenigsten Hartwurst-Hooligans.

Weiteres Kuriosum ist die DSA-Abenteurrezensionsweise. Ich bitte auf den Bewertungskriterienkasten zu achten.

O.R.K.

14 Gedanken zu „I got Pig Iron, I got Pig Iron

  1. Hier das Originalargument von SchubSchumann:“Größtes Minus ist die IMO mit dem Hintergrund der jeweiligen Spielwelt nur unzureichend bis gar nicht verlinkte Magie. Das ist natürlich ein generelles Problem von Universalsysthemen, bei D&D sticht es jedoch besonders hervor. Dabei existieren zwei Problemfelder:I.Der Spieler weiß nicht, was sein Charakter tut, wenn er zaubert. Spiele wie Mage, Ars Magica oder auch DSA liefern Erklärungen darüber, wie ein Zauberer Magie wirkt. Dadurch wird der Vorgang vorstellbarer und der Spieler hat mehr möglichkeiten seinen Charakter suzugestalten.II (wichtiger).D&D-Magie ist nicht/nicht hinreichend in die Metaphysik der verschiedenen Welten eingearbeitet. Dadurch kommt es zu der paradoxen Situation, dass man Wissenschaftler spielt (der „Gelehrte“ ist ein klassischer D&D-Magiertypus) über deren Arbeitsbereich der Spieler nichts, aber auch gar nichts weis. Magische Forschung gibt es so gut wie nicht und magische Probleme kann der Spieler auch nicht lösen, ohne dass der SL sie in toto erklärt.“

  2. Auf den ersten Blick spricht für mich wirkliche Paranoia aus dem Artikel. Auf den zweiten Blick ist die verdrehte Wiedergabe des Zitates mehr als schwach. Wenn du der Meinung bist irgendwas verteidigen zu müssen – warum auch immer – dann solltest du dir überlegen ob es dafür nicht bessere Wege gibt als den der Polemik und der reinen Diffamierung.

  3. Schade das da alle SS-zitate in einem Beitrag verquirrlt wurden.Zugegeben er sagt vorher aus das er D&D hasst, und alle die es mögen als Rollenspieler unqualifizierte währen, aber ich kann mir eigentlich nicht vorstellen das das bisschen „Magie-Firlefanz fehlt“ alles ist (was nun ein wirkliches Armutszeugnis währe), weshalb die Verquirrlung umso missverständlicher ist.

  4. Wenn Ihr anonymen Spacken nicht die Zeit findet SchubSchumann auszuschreiben oder zumindest strg-c / strg-v zu benutzen und anstatt eine zweifelhafte Abkürzung benutzt bleibt bitte weg und schreibt bitte nicht. Danke.

  5. link zu shub schumanns Beitrag ist toll.Das als Zitat hervorgehobene existiert so nicht wie unter dem Link zu sehen. Die Hervorhebeung ist also irreführend.

  6. Wirklich traurig, wenn Ihr Euch an der Abkürzung SS aufhängt. Eigentlich sollten wir langsam aus der Steinzeit rauskommen.

  7. ich hänge mich auf. Nicht verallgemeinern. Also schön wieder hinsetzen und Klingeltöne runterladen.

  8. Bei so vielen Kommentaren wollte ich mich eigentlich zurückhalten, aber ich komme nicht umhin, dem Hofrat, Titan, Godzilla und was es noch so an überdimensionierten Wesenheiten es gibt meinen Respekt zu zollen.Welche Genie! So kann er doch tatsächlich einem Foreneintrag anmerken, in welchem Tonfall er geschrieben wurde: nämlich weinerlich, getragen. Wie eine Regieanweisung! Herrlich. Auf die etwas freimütige Zitierweise möchte ich nun nicht eingehen, die wurde schon erwähnt und ist auch hinreichend offensichtlich. Viel spannender: Des Hofrats Antwort im Forum: „Ich bitte Planescape zu prüfen, bzw. das Manual of the Planes, sowie das Immortals Set. Und dutzende Romane…Netheril usw etc. pp.“Spricht hier nicht der Hartwurst-Hofrat, der uns tatsächlich auffordert die gesamte Metaromanwelt von D&D zu lesen? Ist das nicht eigentlich der Tonfall der DSA-Fanboys? Herr Hofrat, ich mache mir Sorgen!Nebenbei bemerkt bin ich auch etwas enttäuscht von Ihrer Inkonsequenz. Was aber zu erwarten war.

  9. Das ist ja der Punkt: Selbst für Hartwurst und Stimmung gbt es besseres als DSA. Zum Inkonsequenzvorwurf kann ich nur sagen: Trifft nicht zu.

  10. Wobei man dazufügen muss: Planescape ist wirklich der Hammer! Eines der Highlights des Rollenspiels in Sachen Atmosphäre und schrägen Ideen. Hartwurst, mag sein. Kommt immer drauf an, wer sie in Scheibchen schneidet. Mage war aber auch geil.

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