Fuchs Force Five

Meine Theorie ist ja seit langem, daß DSA von der Alpers-Fuchs-Seite aus, als Sword & Sorcery & Planet-RSP gedacht war, und es darüber so um 1985 mit Herrn K. zum Streit kam. Denn eben noch Hauptabenteuerschreiber und Hauptregelmensch und schon bald, nach der Südmeertetralogie keine nennenswerten Beiträge von Werner Fuchs oder Hajo Alpers mehr.
Ebenso sind Fuchs und Alpers als Abenteuerautoren sowie Alpers als Romanautor in Aventurologenkreisen garnicht wohl gelitten. Zuviel Sex, zuviel Gewalt, zuwenig Continuity Porn.

Indizien:

Abenteuer Basis-Spiel, S.26
„Um die 21. Stufe zu erreichen, braucht man insgesamt 21 000 AP. Die 21. Stufe zu erklimmen ist das ferne Ziel eines jeden Helden, denn zu diesem denkwürdigen Augenblick wird er zum Superhelden. Er ist über die Welt Aventuriens hinausgewachsen und besitzt überirdische Kräfte. Neue Welten stehen ihm offen. Dort warten Abenteuer auf ihn, gegen die alle seine Taten in Aventurien reine Knabenstreiche waren. Doch bis zu jenem denkwürdigen Ereignis wird noch viel Zeit vergehen. Wir werden sie rechtzeitig benachrichtigen.“

Klare Spielzielangabe, klare Anlehnung an B/E/C/M/I. Wer hat es geschrieben? Herr K.. Ich habe das Gefühl, es geht um andere Planeten, und nicht um Tharun. Denn Superhelden sind die Schwertmeister beileibe nicht.
Aber: Fuchs,Alpers, und K. saßen ja alle beieinander, als sie die Box machten. Als „Die Helden des Schwarzen Auges“ dann herauskam, fehlen diese Einflüsse, und auch dieser Satz. Oder K. hat seine Meinung geändert, wie er es ja auch in der Aventurienbeschreibung tat:

Abenteuer Ausbau-Spiel: Das Mittelreich ist ein schwacher, dekadenter Staat. Ein Sklavenhalterstaat! Nur das Liebliche Feld ist frei von Sklaven. O-Ton, S.32:

„In Gareth selbst und dessen nächster Umgebung herrscht der kaiserliche Hof mit eiserner Hand und zieht ohne Rücksicht Steuern ein, um den dekadenten Ausschweifungen des Hofes geld zu verschaffen. Aber je weiter man sich von der Haupstadt entfernt, desto leichter wiegen Wort und Siegel des Kaisers. In den Grenzprovinzen kann man eigentlich nur noch von einer völligen Alleinherrschaft der jeweiligen Fürsten und Barone sprechen,…“

Also, wenn das nicht das Gegenteil vom Märchenaventurien späterer Tage ist, weiß ich auch nicht mehr. Daß man in diesem Mittelreich die fetzigeren Abenteuer haben kann, liegt wohl auf der Hand.

Ebenso ist die Enstellung zu Aventurien in nur wenigen Jahren um 180° geändert worden:
„Wir wissen, daß es viele Meister des Schwarzen Auges gibt, die eigene Nachforschungen über Aventurien angestellt und dabei Städte und Dörfer entdeckt haben, die auf unseren karten nicht enthalten sind. Dagegen ist nichts zu sagen. Aventurien ist in weiten Teilen unerforscht, es bleibt also immer noch ein Freiraum, in dem sie eigene Abenteuer, Götter, Ungeheuer und Volksstämme ansiedeln können.“

Hervorhebung von mir.
Dazu die Hexkarte: Proto-Micro-Wilderlands! Der Gedanke war da.

Nun aber zum größten deutschen Rollo-Kulturschatz, quasi die Bundeslade: Das Buch der Regeln II von Werner Fuchs

Talentsystem: Einfach, logisch, ARS-Bezug. Wie D&D heute, sind ganz spezifische Dungeon-Wildnis-Stadtabenteuer-Fertigkeiten ausgewählt worden.
Die Talentpunkte berechnen sich nach der Anzahl der Talente, die der Meister ins Spiel einführt! Eine Geisteshaltung, die bis heute nicht nachgeahmt wurde! GURPS, Du bist gemeint!
Klar definiert sind die Talente, und wer wie bei 3.5 auf soziale Talente würfeln will, der bekommt Modifikatoren und Zeitkosten, aber erhält dann auch handfeste Resultate. Letzlich ist es ein verkapptes Prozentsystem: TaW unterwürfeln.
Der SATZ zur Begründung des Talentsystems darf hier nicht fehlen:

„Natürlich kann der gewissenhafte Meister dem Helden nacheinander eine Kraft-, Geschicklichkeits-, und Mutprobe abverlangen, aber diese dreifache Würfelei ist nicht gerade förderlich für den Spielfluß.“
S. 14, Werner Fuchs.

Vorletzter Streich für heute: Das Erweiterte Kampfsystem. Miniaturen, Bodenplan, Gliederung der Runde in Aktionsphasen, Gliederung der Aktionen in (sic) Bewegungsaktionen und andere Aktionen.

Letzter Streich:
„Gelegenheitsangriff: Der Gelegenheitsangriff ist ein Bonusangriff, der sich aus der Aktion eines Gegners ergibt. Gelegenheitsangriffe finden immer in der ATTACKE-Phase des Gegners statt, nie in der eigenen.“

Es folgt dann eine uns sehr vertraut aussehende Aufzählung für Aktionen, die einen Gelegenheitsangriff provozieren.

Wenn das dem Werner Fuchs keine tARS-credibility bringt, dann weiß ich auch nicht mehr.

Zum O.R.K.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.